Der Tag war wettertechnisch ein derart wechselhafter und durchwachsener Tag, dass man hätte denken können, das Wetter passe sich an die Stimmung der angereisten Girugämesh Fans an. Zwar war die Laune der Gäste durchaus positiv, jedoch wurde die Feierstimmung von der Tatsache gedämpft, dass dieses Konzertwochenende im Rahmen einer Abschiedstour stattfinden würde. Nichtsdestotrotz oder vielleicht genau deshalb fanden sich schon Stunden vor dem offiziellen Einlass eine große Menge J-Rock Fans an der Halle ein.

Im Rahmen ihrer Europatour gaben Girugämesh insgesamt 5 Konzerte auf deutschem Boden. Davon gleich zwei in der Essener „Zeche Carl„. Die Tour stand im Zeichen des kürzlich von der Band veröffentlichen Werkes „CHIMERA„.

Der Einlass fand pünktlich und geordnet statt. Die eintretenden Gäste wurden konsequent in kleine Grüppchen unterteilt. Nach einer kurzen Wartezeit begann dann die Band „No Need To Stay“ mit ihrem Opener. Dass sich die Musikstile der beiden Acts deutlich unterscheiden, merkte man dem Publikum an. Es verhielt sich zunächst sehr zurückhaltend.

Dies änderte sich aber schlagartig, als der Headliner des Abends – Girugämesh – die Bühne betrat. Als dann mit – chimera – der erste Song der Setlist durch die Halle schallte, gab es kein Halten mehr. Es folgten ~90 Minuten knallharte Rock-Action. Girugämesh haben es über all die Jahre perfektioniert, mitreißende Songs nicht nur zu schreiben, sondern auch zu performen. Was für einen Spaß die Band auf der Bühne hat ließ sich auch an diesem Abend, wie immer an den Gesichtern der Jungs erkennen. So war durchweg ein Grinsen zu erkennen während Ryo und Nii ihre typischen Grimassen zogen. Satoshi hingegen hat verbal, sowie mit Körpersprache mit dem Publikum interagiert, um dieses noch weiter anzuheizen. Aufrufe zum Circlepit sind natürlich nicht unbeantwortet geblieben. Die Konzertgesellschaft verschaffte sich im Zentrum der Halle natürlich umgehend Platz und zeigte den Japanern was unsere Fans ausmacht. Voller Energie tanzte Essen mit Girugämesh zu den harten Beats und feierte die Songs die uns teilweise große Stücke unseres Visual Kei Fan-Daseins begleitet haben. Lieder wie Inochi no Ki, puzzle oder Owari To Mirai sind All-Time Favorites vieler Fans und so ist es ein umso gelungenerer Abschluss, diese Meilensteine noch einmal live zu erleben. Das Set war ein ausgewogener Mix durch sämtliche Perioden einer großartigen Band.

Girugämesh war für alle von uns Ohanami-Teammitgliedern eine der Bands die unseren gesamten Lebensweg geprägt hat. Den einen oder anderen hat sie sogar zur Visual Kei Musik geführt, mindestens jedoch hat sie Maßstäbe gesetzt an denen wir andere Bands gemessen haben. Die Werke der Band haben uns tagein, tagaus begleitet und jedes einzelne Stück verbinden wir jeder für sich mit vielen, tollen Erinnerungen.

2007 waren Girugämesh das erste Mal in Deutschland. Damals spielten sie auf dem Kölner J-Shock Festival. Ein Jahr später waren sie im Rahmen der stupid Tour als One-Man Act in Deutschland unterwegs. Sie spielten in Hamburg und Bochum. Im gleichen Jahr gab die Band einen Auftritt beim Metal Festival in Wacken. In den Folgejahren kamen die vier regelmäßig nach Deutschland zurück. Umso trauriger war die Fangemeinschaft hierzulande, als man 2016 die Auflösung der Band mitteilte.

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Setlist:

  1. Intro
  2. -chimera-
  3. wither mind
  4. Go ahead
  5. VOLTAGE
  6. Vermillion
  7. Slip Out
  8. INCOMPLETE
  9. INOCHI NO KI
  10. -INSTRUMENTAL-
  11. Puzzle
  12. OWARI TO MIRAI
  13. Real My Place
  14. ZANTETSUKEN
  15. Drain
  16. Horizon
  17. Driving Time
  18. Another way
  19. Evolution
  20. END

Encore:

  1. ZECCHOU BANG!
  2. gravitation
  3. Break Down

Als kleine Zugabe haben wir auch Bilder vom Konzert in Krakau für euch. In Zusammenarbeit mit EN.CORE haben wir die israelische Fotografin Lucy zum Polen-Konzert geschickt und tolle Eindrücke von diesem Live für euch zur Verfügung.

Bilder: Lucy Ekel